Winterraps als Zwischenfrucht


  Aufgenommen am 03.10.04:

Die Hauptfrucht 2004 war Winterweizen, das Stroh verblieb auf dem Feld. Ich habe tief gegrubbert (ca. 15 cm), damit der Boden aufgelockert wird und der Raps tief genug den Boden durchwurzeln kann. Mit dem Mineraldügerstreuer habe ich dann den Winterraps ausgesät (ca. 20 kg/ha) und mit der Cambrigewalze rückverfestigt.
Der Aufgang war gut, hätte aber besser sein können, wahrscheinlich war es zu trocken. Das Ausfallgetreide ging auch gut auf, Unkraut war jedoch nur wenig zu sehen. Der Raps entwickelte sich gut, hatte dann aber akuten Nährstoffmangel (Stickoff), wie man gut an den rot verfärbten Blättern sehen kann. Dadurch hatte er, wie ich erhoffte keine 100%ige Bodenbedeckung. Er kam aber trotzdem gut über den Winter. Den eigentlichen Zweck hat er erfüllt, er sollte den noch vorhandenen Stickstoff aufnehmen und über den Winterbingen und den Boden gut durchwurzeln und somit die vorangegangene Bodenlockerung erhalten.


  09.04.05:

Am 02.04.05 habe ich die Fläche dann mit der Fräse flach (ca. 5 cm) bearbeitet. Weil ich aber die starken und zähen Wurzeln des Raps unterschätzt habe und zu schnell gefahren bin, kam ein Teil der Rapspflanzen wieder hoch. Am selben Tag habe ich dann den Weissklee (12 hg/ha, Breitsaat mit den Düngerstreuer) eingesät und mit der Cambigewalze angedrückt.


  05.06.05:

Der Raps hat sich von der Bearbeitung mit der Fräse sehr schnell wieder erholt, hat stark verzeigt, hat gut geblüht und hatte reichlich Schotenansatz. Der Weissklee ist sehr langsam aufgelaufen (was normal ist), hat aber dann innerhalb kurzer Zeit bis Ende Mai den ganzen Boden bedeckt.
Der Raps hatte sich trotz des Nährstoffmangels im Herbst und keinerlei Düngerzufuhr sehr gut ausgebildet. Bis Ende Juni war ich mir nicht sicher ob ich ihn ernten soll oder nicht. Ein Befall durch den Rapsglanzkäfer oder anderen Schädlingen war bis dahin nicht festzustellen. In den Schoten waren die Körner gut ausgebildet und die Ertragsschätzung lag bei ca. 30 % gegenüber einem Durchschnittsertrag bei einem Anbau als Hauptkultur. Und das alles ohne Düngung, da war ich schon sehr überrascht. Aufgrund der Kosten für einen Mähdrusch und der Stellenweisen starken Verunkrautung durch Disteln habe ich dann am 25.06. den Bestand gemulcht.


  18.09.05:

Bis Mitte September hatte sich wieder ein dichter Kleebestand gebildet, allerdings auch wieder zahlreiche Disteln. Deswegen habe ich am 23.09.05 noch ein zweites mal gemulcht.

Vor der Ansaaat des Weisklees hatten ich keinerlei Disteln auf diesem Feld. Disteln sollen Zeigerpflanzen für Bodenverdichtungen sein und eine Nährstoffverlagerung in die Tiefe anzeigen, deswegen habe ich sie in 2006 kontrolliert wachsen lassen. Den starken Distelbesatz konnte ich aber durch mehrmaliges mulchen und mähen nicht in der gewünschten Weise eindämmem.
Erst später habe ich erfahren, dass Weissklee zu konkurrenzschwach ist, um Unkräuter wirksam unterdrücken zu können. Auch die Wurzelausbildung ist eher etwas Flach, was das Auftreten der vielen Disteln erklären würde, denn diese haben Pfahlwurzeln, die in die Tiefe gehen und sich von dort ihre Nährstoffe holen.

Weissklee werde ich wahrscheinlich nicht mehr als ganzjährige Zwischenfrucht aussäen, sondern nur noch in Mischungen und als Untersaatpflanze im Getreide, wo er dann im Herbst oder besser erst im Frühjahr vor der nächsten Aussaat erst umgebrochen wird.



© 2004 - 2016 Albert Brandmair