Wick-Roggen als überwinternde Zwischenfrucht vor Mais


Das Wick-Roggengemenge habe ich als Zwischenfrucht ausgewählt, weil der Roggen früh gesät wird und das Feld somit nicht zu lange Brach liegt. Auch kann der Roggen noch einen hohen Grünmasseertrag liefern und die vorhandenen Nährstoffe noch aufnehmen und über den Winter ohne Auswaschung bringen. Die Wicken sind in diesem Fall nicht in der Mischung um einen hohen Grünmasseertrag zu bringen, sondern sie durchwurzeln ebenso wie der Roggen den Boden sehr gut und binden zusätzlich noch etwas Luftstickstoff. Durch dieses Gemenge wird die Nährstoffauswaschung durch die hohen Niederschlagsmengen in den Wintermonaten vermindert, der Boden ist nicht ohne Pflanzenbewuchs und die Lockerungsarbeit durch den Pflug bleibt erhalten. Durch die gute Durchwurzelung und die geschlossene Pflanzendecke wird die Bodenstruktur stabilisiert und bleibt dadurch erhalten.


Vorfrucht war Sommergerste, Pflug am 5.8.06, mit dem Kultivator 3 Arbeitsgänge am 5.8, 19.8 und am 5.9 weil ich beim Pflügen eine geringe Verunkrautung durch die Quecke feststellte. Der Kultivator hat gegenüber der Kreiseleege den Vorteil das der Kraftbedarf wesentlich geringer ist und er legt Queckenwurzeln und Ernterückstände an der Oberfläche ab. Dadurch hat der Regenwurm, obwohl gepflügt wurde etwas Futter an der Oberfläche liegen und hat somit über Winter zumindest etwas Nahrung. Saat am 7.9. mit einer mechanischer Sämaschine, dabei das Roggen- und Wickensaatgut einfach im Säkasten gemischt. Saatstärke beim Roggen 150 kg/ha und bei den Winterwicken (Dr. Baumanns Ostsaat) 15 kg/ha. Danach noch Rückverfestigt mit der Cambrigewalze. Das Bild zeigt den Bestand am 21.09.2006


Der Bestand hat sich bis zum 22.10. sehr gut entwickelt. Auf den ersten Blick ist die Wicke nicht zu sehen, denn der Roggen hat sich durch den guten Witterungsverlauf im Herbst sehr kräftig entwickelt. Die Wicke lies sich aber auch nicht verdrängen und war immer gleichmässig und gut entwickelt im Bestand vorhanden.


So sah der dichte Wick-Roggenbestand am 18.11.2006 aus. Durch die milden Temperaturen konnte sich der Bestand bis in den Winter hinein noch sehr gut entwickeln.


17.02.2007: Der Winter war sehr mild (tiefste Temperatur -5 Grad) und sehr kurz. Man sieht deutlich den dichten Bestand, der den Boden sehr gut bedeckt, die Wicke hat sich auch sehr gut behaupten können. So stelle ich mir eine überwinternde Zwischenfrucht vor.


Die Spatenprobe hat gezeigt, dass der Boden wunderbar feinkrümelig und gut durchwurzelt ist, somit konnte ich auf eine tiefe Bodenbearbeitung im Frühjahr verzichten.


Am 15.03.2007 brachte ich 310 dt/ha Festmist aus. Am 17.03.2007 habe ich den Bestand gemulcht, weil er sich schon sehr stark entwickelt hatte und ich die Befürchtung hatte, dass die organische Substanz zu lang und zu viel wird und es Probleme bei der Saat gibt. Zwei Tage nach dem Mulchen habe ich 9 dt/ha Urgesteinsmehl (Diabas) ausgebracht, besser wäre es gewesen, wenn ich es sofort nach dem Mulchen ausgebracht hätte, denn der austretende Pflanzensaft ist säurehaltig und schliesst das Urgesteinsmehl sehr gut auf. Die Säure wird durch das Urgesteinsmehl neutralisiert und beeinträchtigt somit das Bodenleben nicht mehr so stark.


Am 30.03.2007 habe ich den Bestand mit einem Flügelscharrgrubber auf einer Arbeitstiefe von ca. 8 cm umgebrochen. Danach erfolgte sofort ein Arbeitsgang mit der Kreiselegge, damit die Grasvasen sofort etwas zerkleinert werden und schneller abtrocknen können.


Am 06.04. und am 26.04.2007 erfolgte jeweils ein Arbeitsgang mit dem Kultivator. Durch die trocknene und warme Witterung sind alle Roggen- und Wickenpflanzen vertrocknet. Dass der Bestand sauber umgebrochen wird ist sehr wichtig, denn die Wicken vermehren sich sonst wie Unkraut, und sind somit nur schwer wieder aus dem Bestand herraus zu bekommen, da sie winterhart sind. Die Saat mit einem Schleppscharrgerät erfolgte am 27.04.2007 in ein gut abgetrocknetes und feinkrümeliges Saatbeet, das Unkrautfrei war.


Der sehr schön aufgelaufene und Unkraut freie Bestand am 20.05.2007.


Der Bestand am 03.06.2007. Am 24.05. und am 06.06.2007 erfolgte jeweils eine Maschinenhacke.


Am 16.06.2007 sieht man, dass die Organische Substanz schon fast völlig aufgebraucht ist. Der Boden liegt jetzt wieder nackt, ohne schützende Pflanzendecke da. Das möchte ich noch ändern, entweder durch noch mehr Mulchmaterial oder durch eine Untersaat.


28.06.2007: Ende Juni habe wir der Ordnung halber noch eine Handhacke durchgeführt.


Hier der Bestand am 06.08.2007: Auf dem Bild sieht man meinen Versuch mit den Kletter­bohnen als Untersaat. Geerntet wurde am 19.10.2007: Ertrag von 114,9 dt/ha Nassware bei einer Feuchtigkeit von 38,4%

Schlussfolgerung:

Der Biomaisanbau verlief besser als ich erwartet hatte. Die erwarteten Probleme mit dem Unkraut und der Nährstoffversorgung blieben gänzlich aus. Allerdings war es für den Mais auch ein sehr guter Witterungsverlauf. So einen Ertrag von 114,9 dt/ha hatten wir selbst als konventionell wirtschaftender Betrieb oft nicht und die Feuchtigkeit von 38,4% ist für uns normal, denn der Bestand war bis zwei Wochen vor der Ernte noch grün.



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