Erbswickgemenge


Ein Erbswickgemenge wird bei uns schon seit Jahren als abfrierende Zwischenfrucht vor Kartoffeln angebaut. Seit zwei Jahren verzichten wir auch schon auf den Pflug, weder vor der Aussaat der Zwischenfrucht, noch auf eine Herbstfurche um das Gemenge unter zu pflügen. Statt dessen verwenden wir nur den Grubber und lockern den Boden bis zu einer Tiefe ca. 20 cm, da wir Kartoffeln in der Regel nach Getreide anbauen, ist das problemlos möglich. Auch in der Sätechnik verwenden wir ein ganz einfaches Verfahren: Tief grubbern, Kultivator, das Erbswickgemenge mit dem Düngerstreuer ausbringen, mit der Fräse flach (ca.5 cm) einarbeiten und dann noch mit der Cambrigewalze rückverfestigen. Die Versuche, das Erbswickgemenge mit der Drillmaschine zu säen, brachten keine so guten Ergebnisse wie die Breitsaat mit dem Düngerstreuer, sowohl unter günstigen als auch unter ungünstigen Bedingungen. Die Saatstärke beträgt ca. 125 kg/ha.

  26.08.2007
Gesät wurde das Gemenge am 15.08.2007. Zur Saat war es sehr trocken, trotzdem ist die Zwischenfrucht gut aufgelaufen. Gesät werden sollte das Erbswickgemenge am besten Anfang August, damit noch genügend Grünmasse gebildet werden kann und der Boden ausreichend durchwurzelt wird. Unser Saattermin Mitte August war schon fast zu spät, bei ungünstiger Witterung schafft das Gemenge nur noch eine ungenügende Bodenbedeckung.

  22.09.2007
Bereits 6 Wochen nach der Saat hat des Gemenge einen sehr dichten Bestand ausgebildet, es unterdrückt sämtliches Ausfallgetreide und Unkraut.

  08.12.2007
So sieht das Feld nach den ersten Frösten aus, die Erbsen erfrieren schon bei geringem Frost, die Wicken (Sommerwicken) vertragen hingegen auch ein paar Minusgrade mehr.

  17.02.2007
So sieht ein Erbswickgemenge nach dem nur milden Winter 2006/2007 aus. Sowohl die Erbsen als auch die Wicken sind abgefroren. Mit der ersten Bodenbearbeitung sollte man solange warten, bis die organische Substanz und auch der Boden abgetrocknet ist, dadurch zerbricht das Erbsen- und Wickenstroh in kleine Stücke und ist bei der weiteren Bearbeitung nicht hinderlich.

  01.05.2007
So sieht das Feld nach einem Arbeitsgang mit der Kreiselegge und dem Kultivator aus. Wenn das Feld abgetrocknet ist, zerbricht die abgefrorene Pflanzendecke beim bearbeiten mit der Kreiselegge in kleine Stücke, die beim Kartoffelsetzen nicht strören.

Schlussfolgerung

Dieses Zwischenfruchtgemenge hat sich bei uns bestens bewährt, es bildet im Herbst noch einen dichten Pflanzenbestand aus, unterdrückt somit sämtliches Unkraut, es bildet ein dichtes Wurzelwerk, lockert und stabilisiert dadurch den Boden. Das Gemenge bindet mit Hilfe der Knöllchenbakterien Luftstickstoff im Boden und stellt ihn für die Nachfolgekultur zur Verfügung. Durch die pflanzlichen Reste die nach dem Kartoffelsetzen noch an der Oberfläche verbleiben, haben die Bodenlebewesen und der Regenwurm wenigstens ein wenig Nahrung zur Verfügung.
Das einzige was ich noch versuchen werde, dass ich noch zusätlich etwas Hafer in die Mischung mit einsäe, damit der freie Stickstoff noch besser gebunden wird und vielleicht noch mehr organische Substanz heranwächst.




© 2004 - 2016 Albert Brandmair