Mulchverfahren bei den Zucchini


Das Jahr 2010 war für den Gemüseanbau extrem schlecht, entweder zu heiss und zu trocken, oder zu nass und viel zu kalt, trotzdem hat sich dieser Versuch hervorragend bewährt. Man sollte nur einige Grundsätze beachten, dann ist dieses Verfahren problemlos durchzuführen. Der Mulch bestand bei mir aus Rasenschnitt, der ist sehr nass, meistens sehr kurz und bei jungem Gras auch noch sehr Nährstoffreich, deswegen sollte man den Rasenschnitt vorher etwas anwelken lassen oder nur extrem dünn aufbringen. Bringt man Rasenschnitt zu dick auf, neigt er zu Fäulnis. Ich habe den Rasenschnitt anwelken lassen und dann in zwei Schichten aufgebracht. Ich habe das Mulchverfahren bei Tomaten, Gurken, Zuckermais, Kürbis und Zucchini ausprobiert, es gab bei mir keinerlei Probleme mit Schnecken, bei Salat dürfte das vielleicht etwas anders aussehen.

Fotos habe ich hier allerdings nur von den Zucchini


Man sieht hier sehr schön die dichte Mulchdecke


Hier sieht man, dass die Mulchschicht eine Unkrautbekämpfung überflüssig machte. In der Reihe, wo die Mulchschicht liegt wächst kein Unkraut, daneben ist es sehr dicht und kräftig entwickelt


Die Mulchschicht hat nicht nur den Vorteil Unkrautwachstum zu verhindern, sondern die Früchte bleiben auch sauber, weil sie den Boden nicht berühren.

Schlussfolgerung:

Das Mulchverfahren hat bei mir sehr gute Ergebnisse in dem sehr schwierigen Jahr 2010 gebracht und hat mir Arbeit (Unkrautjäten) erspart. Ich habe leider keine Fotos gemacht, wie es unter der Mulchdecke aussah. Wenn man die Mulchdecke anhob, konnte man sehen, dass die Zucchini bis an die Bodenoberfläche feine Fadenwurzeln ausgebildet hatten, der Boden fast immer gut durchfeuchtet und feinkrümelig war. Für mich war der Versuch allein aus dem Gesichtspunkt des Bodenschutzes ein voller Erfolg.
Im Jahr 2011 habe ich den Versuch noch einmal durchgeführt, es hat sich das gleiche gute Ergebnis wie im Jahr davor gezeigt. Als Mulchmaterial war allerdings der Rasenschnitt nicht mehr ausreichned, deswegen habe ich noch kurzgeschnittenes (mit dem Ladewagen) Luzerne-Klee-Gras verwendet. Es war wieder zu beobachten, das die Pflanzenwurzeln bis an die Bodenoberfläche reichten und unter der Mulchschicht der Boden fast völlig mit feinsten Wurzeln bedeckt war. Beim Zuckermais war es sogar so, dass die feinen Wurzeln von den Maispflanzen in die ca. 2 cm dicke Mulchschicht hineingewachsen sind, die Mulchauflage hatte dadurch fast die Festigkeit wie lockerer Filz. Mit einer solchen Mulchschicht in einem Maisfeld würde es keine Bodenerosionen mehr durch Starkregenfälle geben. Bei einem solchen Mulchverfahren hätte man auch eine gute Verwertungsmöglichkeit für das Klee-Gras in viehlosen Betrieben.

Den gleichen Versuch habe ich mit gutem Ergebnis in Kartoffeln durchgeführt.



© 2004 - 2016 Albert Brandmair